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Wie können Kommunen Ressourcen schonen?

UBA-Hintergrundstudie zur Ressourcenschonung in der Stadt- und Infrastrukturentwicklung zeigt Werkzeuge auf und gibt Empfehlungen.

Städte und ihr Umland sind Zentren menschlicher Aktivitäten und demnach auch „Hot Spots“ der Ressourceninanspruchnahme. Im Jahr 2020 lebten beispielsweise rund 77,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands in Städten (Statista 2022). Rund 75 Prozent der natürlichen Ressourcen weltweit werden in Städten verbraucht (UN Environment 2017). Demnach stellt der urbane Raum ein besonderes Handlungsfeld für einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen dar.

Im Rahmen seiner strategischen Forschungsagenda hat das Umweltbundesamt im Juni eine Hintergrundstudie zu „Herausforderungen und Chancen einer ressourcenschonenden Stadt- und Infrastrukturentwicklung“ veröffentlicht, über die die re!source Stiftung berichtet. Anhand von Praxisbeispielen und aktuellen Forschungsergebnissen wird dargestellt, wie Ressourcenschonung und Umweltschutz beim „Aus- und Umbau von Gebäuden und Quartieren und den damit verbundenen technischen Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen“ auch mit Blick auf neu zu schaffenden Wohnraum berücksichtigt werden können. Im Fokus steht auch die Wiederverwendung der bereits in Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen von Städten verbauten Materialien. Damit geht es um Urban Mining und eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. 

Ressourceneinsparpotentiale auf Gebäudeebene

Auf Gebäudeebene stehen zunächst die eingesetzten Baustoffe im Zentrum der Betrachtung. Berechnungen zufolge könnte der Neubau von zehn Holzhochhäusern nach dem Vorbild der Hamburger „Roots“ rund 100.000 Tonnen Beton und 10.000 Tonnen Stahl im Vergleich zur konventionellen Stahlbetonbauweise einsparen. In einem Forschungsvorhaben im Auftrag des UBA wurde überschlägig errechnet, dass hierdurch auch rund 230.000 Tonnen klimaschädliches CO2 vermieden werden könnten.

Ressourceneinsparpotentiale auf Quartiers- und gesamtstädtischer Ebene

Abseits des Einzelgebäudes zeigen fallstudienbasierte Modellrechnungen zu Siedlungstypen, dass pro Kopf erhebliche Mengen Baustoffe für Gebäude und technische Infrastruktur eingespart werden können – je nachdem wie ein Baugebiet geplant wird.
Durch die technischen Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen (d. h. die Energie- und Trinkwasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Mobilitätsinfrastruktur sowie Informations- und Kommunikationstechnologien/IKT) werden enorme Ströme an Energie, Wasser, Verkehr und Gütern verteilt und gelenkt, gleichzeitig ist der Bau und der Betrieb der technischen Anlagen mit einem hohen Ressourcenbedarf verbunden. In der Art und Weise, wie die Gestaltung und Planung der Infrastrukturen erfolgen, liegt demnach ein Schlüssel für die Einsparung von Ressourcen.

Damit stehen Planung, Kooperation und Kommunikation gleichrangig neben technischen und ökonomischen Herausforderungen bei der Stadt- und Infrastrukturentwicklung. Ein eigenes Kapitel untersucht daher diverse Aspekte zum Einfluss von Planungsinstrumenten auf die Ressourcenschonung. Am Ende der Studie finden sich sieben lesenswerte Empfehlungen für die „bessere Integration von Belangen der Ressourcenschonung in die Praxis der Infrastruktur- und Stadtentwicklung“.

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