Großes Interesse an natureplus-Fachtagung

Die Fachtagung im schweizerischen Volketswil rückte die Rolle von natureplus in europaweiten Zertifizierungs- und Fördersystemen in den Fokus.

Der Gastgeber natureplus und der natureplus Landesverband Schweiz, welcher durch den Verein Baubioswiss repräsentiert wird, sowie die Firma KEIM Farben AG Schweiz als Sponsor konnten rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Bauarena in Volketswil begrüßen. In den Fachvorträgen beschäftigten sich die Referentinnen und Referenten mit der Frage, welche Rolle das natureplus Label im Rahmen der aktuellen europäischen Gebäudezertifizierungen und den bestehenden Fördermöglichkeiten für nachhaltige Baustoffe spielt.

Christian Stünzi, Leiter Zertifizierung von Minergie Schweiz stellte in seinem Vortrag „Wie garantiert Minergie ECO eine gesunde und ökologische Bauweise“ dar, wie der Komfort von Gebäudenutzern und die Energieeffizienz der Gebäude im Mittelpunkt der Minergie ECO Zertifizierung stehen.

Anna Braune, Leiterin der Forschung und Entwicklung bei der DGNB, gab einen Überblick über das DGNB System Version 2018 und stellte heraus, dass es der DGNB bei der Zertifizierung darum geht, eine ganzheitliche Qualität umzusetzen - das DGNB System soll als Motivation und Planungstool dienen, um nachweislich bessere Gebäude zu bauen und zu betreiben. Nachhaltigkeit soll als integraler Bestandteil bei jedem Bauprojekt verstanden werden. Bezugnehmend auf den Vortragstitel Nachhaltige Bauprodukte? Impulse der DGNB für Hersteller und Politik“ machte sie deutlich, dass Bauprodukte, um die geforderten Nachhaltigkeitsziele im Gebäude zu erreichen, eine wesentliche Rolle spielen.

Henning Bloech, welcher die German Green Building Association GGBA mit dem Vortrag „Welche Qualitäten fordert LEED von den verwendeten Bauprodukten und wie kann natureplus dabei als Nachweis dienen?“ vertrat, hob die Unterschiede und Übereinstimmungen des ursprünglich aus den USA stammenden LEED Systems und der in Europa gebräuchlichen Zertifizierungssysteme hervor. In der LEED Zertifizierung spielen im Wesentlichen die ökologische und die soziokulturelle Dimension der Nachhaltigkeit eine Rolle.

Christoph Sutter vom Energieinstitut Vorarlberg legte den Focus seines Vortrages „Nachhaltig Bauen in Österreich“ auf dieErfolge, Instrumente und Anforderungen nachhaltigen Bauens, welche in Österreich in den letzten Jahren erzielt wurden. Sein Hauptaugenmerk lag auf den in Österreich durch Kooperationen entstandenen Plattformen wie z.B. baubook, einer Kooperation vom Energieinstitut Vorarlberg und dem Österreichischen Institut für Bauen und Ökologie mit weiteren Partnern wie natureplus, oder den ÖkoBauKriterien, der Kooperation von ÖkoKauf Wien und Umweltverband Vorarlberg mit weiteren Partnern. Die Internetplattform baubook ist eine umfassende Info- und Datenbank für ökologisches Bauen. Sie bietet gesundheits-, schadstoff-, energie- und umweltrelevante Informationen zu Bauprodukten und dient zur vereinfachten Nachweisführung bei Förderabwicklungen und öffentlichen Ausschreibungen in Österreich.

Nicolas Besser, Projektmanager Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe e.V., beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Frage: „Wie können wir in Deutschland durch eine stärkere Berücksichtigung von Materialqualitäten und eine Änderung der Förderpraxis klimagerecht Bauen und Sanieren?“ Die These, welche Herr Besser herausstellte, lautet: Die für die Herstellung von Bauprodukten benötigte Energie spielt in Gesetzgebung und öffentlicher Förderung bislang keine Rolle. Die aktuelle Förderung für das KfW-Effizienzhaus steht für einen niedrigen Energiebedarf in der Gebäudenutzung und orientiert sich an den Vorgaben der Energieeinsparverordnung. Um die Förderung nachhaltiger Baustoffe – in diesem Falle besonders der Dämmstoffe - voranzutreiben, müssen neue Kriterien und Anforderungen für eine technologieneutrale Förderung jenseits des U-Wertes für Neubau und Bestandssanierung umgesetzt werden.

Severin Lenel, Geschäftsführer von INTEP St. Gallen und Leiter der Zertifizierungsstelle MINERGIE-ECO CH, beleuchtete die „Anforderungen an Baustoffe und Bauprodukte in den Instrumenten und Labels zum nachhaltigen Bauen in der Schweiz“ indem er eine Übersicht der in der Schweiz verbreiteten Label vorstellte. Neben den europaweit bekannten Zertifizierungssystemen gibt es in der Schweiz die Systeme „Umweltetikette Stiftung Schweizer Farbe“ und „Herkunftszeichen Schweizer Holz“.

Susanne Graßl beschrieb die Firmenphilosophie der Firma Baufritz GmbH in ihrem VortragIntegriertes Nachhaltigkeitskonzept bei Baufritz“. Nachhaltiges Denken und Handeln, nachhaltig wirtschaften, nachhaltige Produkte, nachhaltiger Arbeitgeber, und nachhaltiges Engagement führen in ihrer Gesamtheit zum Entschluss, nachhaltige Produkte und Bauteile bei natureplus zertifizieren zu lassen. Seit 2002 verbindet Baufritz und natureplus eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. 2016 entstand die Idee einer Systemprüfung und Zertifizierung ganzer Bauteile, die im April 2018 durch die erfolgreiche Zertifizierung von 4 Bauteilen – Außenwand, Zwischenwand, Decke, Dach - bei natureplus mit Erfolg gekrönt wurde.

Bei den Teilnehmern stießen die Vorträge der renommierten Referenten und die kenntnisreichen Diskussionen auf großes Interesse.

Sämtliche Vorträge stehen in voller Länge auf der Homepage von natureplus zum Download bereit.

News

Die Begründung für die Vergabe muss nicht mehr Bestandteil des Logos sein.

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Die Fachtagung im schweizerischen Volketswil rückte die Rolle von natureplus in europaweiten Zertifizierungs- und Fördersystemen in den Fokus.

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Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ein Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte entwickelt.

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Die Jahreshauptversammlung des natureplus Vereins brachte viele einstimmige Entscheidungen.

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