Newsarchiv

Naturdämmstoffe mit positivem Image

Die HS Pforzheim untersuchte Einstellungen und Kaufverhalten zu Bauprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen am Beispiel von Fassadendämmungen.

Die Beratung der Bauprofis ist entscheidend für die Kaufentscheidung der Bauherren (Symbolfoto: Hagebau)

Die Forschungsfrage lautete, wie sich die Marktanteile nachwachsender Rohstoffe in der Baustoff-Industrie, die oft noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen, erklären lassen, und mit welchem Konzept sie weiterentwickelt werden könnten.

Fassadendämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen basieren zumeist auf Holzfasern, Zellulose oder zunehmend auf Hanf, Flachs, Stroh oder Wolle; das wurde bei der Erhebung so auch definiert. Dieses Marktsegment ist exemplarisch für Marktsituationen, in denen der so genannte Attitude-Behaviour-Gap, die Kluft zwischen überwiegend positiven Einstellungen – die Mehrheit ist dafür – und nur geringen Auswirkungen auf das konkrete Kaufverhalten bei Fragen der Ökologie und ökologisch nachhaltigen Produkten, zu beobachten ist.

Kluft zwischen Einstellungen und Verhalten

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie: Die Kaufbereitschaft von privaten Bauherren und Fachunter­nehmern unterscheidet sich recht deutlich, wobei beide Gruppen ein positives Bild von den Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen haben. Das Image ist bei den Konsumenten noch etwas besser als bei den Gewerken. Sowohl die privaten Bauherren als auch die Profis bescheinigen den Produkten aus der Natur gute Eigenschaften in Bezug auf Umwelt und Nutzung.

Bei den Bauherren ist die Kaufbereitschaft für ökologische Baumaterialien im Vergleich mit anderen ökologisch orientierten Produkten sehr hoch. Die festgestellten Kaufabsichten bei den Profis, den Händlern, Handwerkern und in Behörden, liegen hingegen deutlich geringer, obwohl auch in diesen Gruppen ein gutes Image solcher Produkte besteht und von einem Trend ausgegangen wird. Damit spiegelt sich die hohe Kaufbereitschaft der Konsumenten nicht bei den Anbietern aus dem Handwerk wider. Diese sind aber maßgeblich für die letztliche Kaufentscheidung. Somit erhalten Bauherren nicht die Produkte, die sie gerne hätten.

Bauprofis entscheiden über Markterfolg der Öko-Produkte

Während in den 1990er Jahren einige Entscheider bereits positiv eingestellt waren, gingen sie jedoch noch davon aus, dass dies bei der Mehrheit nicht der Fall sei. Diese in der Markt- und Sozialforschung sogenannten sozialen Einflüsse verhinderten, dass die Entscheider damals mehrheitlich das kauften, was ihrer Einstellung entsprach. Dies war einer der Gründe für den sogenannten Attitude-Behavior-Gap, die Einstellungs-Verhaltens-Kluft der Ökologie. Nur die Kernzielgruppe, die durch eine relativ hohe Bildung geprägt war, kaufte schon damals »Bio« und löste dabei quer durch alle Märkte Trends aus.

Diese Situation hat sich dahingehend geändert, dass zwischenzeitlich alle davon ausgehen, dass mittlerweile alle relevanten Meinungsbildner positiv zur Ökologie und speziell zum Einsatz nachwachsender Rohstoffen, eingestellt sind. Die Ergebnisse der Untersuchung legen nahe, dass sich die Einstellungs-Verhaltens-Kluft zu einer Art Producer-People-Gap gewandelt hat, der sich an der Hersteller-Marktmittler-Verbindung manifestiert.

Architekten als Impulsgeber und Mittler

Daher kommt den Architekten in der aktuellen Marktsituation eine bedeutende Rolle zu: Sie sind unabhängige, kompetente Empfehlungsgeber. Architekten können im Bausektor den entscheidenden Impuls geben. Auch den Unternehmen und Konzernen kommt eine wichtige Rolle zu. Sie sind die Lenker, die die Erfahrung und das Können haben, die Produkte in den erforderlichen Mengen her- und zur Verfügung zu stellen.

News

In den vergangenen Wochen wurden einige neue Produkte mit dem natureplus®-Label ausgezeichnet.

[mehr]

Anmeldefrist für die natureplus Fachkonferenz am 5. Juni im schweizerischen Volketswil endet am 28. Mai. 7 Referenten aus 3 Ländern.

[mehr]

Wie man Ressourcenverknappung mit Leichtbauweisen entgegen treten kann, zeigt der Leitfaden „Leichtbau im Bauwesen“.

[mehr]

In einem Forschungsprojekt entwickelte Leichtbau-Sandwichplatten haben die gleichen Eigenschaften wie Spanplatten, sind jedoch nur halb so schwer.

[mehr]

 

ADVERTISMENT