14.11.2016 14:10

Umsteuern beim Rohstoffverbrauch

Category: Bauszene

Bericht vom Nationalen Ressourcen Forum 2016 des Umweltbundesamtes am 11.11.2016 in Berlin

Pro Jahr verbraucht jeder Mensch in Deutschland mehr als 16 Tonnen Metall, Beton, Holz und andere Rohstoffe, das sind 44 Kilo am Tag. Mehr als 50 % davon gehen auf das Konto der Bauwirtschaft. 16 Tonnen an Ressourcen - das entspricht etwa dem Gewicht von 3 ausgewachsenen Elefanten. Deutschland liegt damit sowohl im internationalen, als auch im europäischen Vergleich mit an der Spitze.

Auf dem "Nationalen Ressourcen Forum 2016" (NRF2016) in Berlin forderte die Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), Maria Krautzberger, ein massives Umsteuern: "70 Prozent der bei uns verbrauchten Rohstoffe kommen aus dem Ausland, 80 Prozent sind nicht nachwachsend. Wir müssen viel sorgsamer mit unseren Ressourcen umgehen." Deshalb forderte sie ein Ressourcenschutzgesetz in Deutschland, damit die Ressourcenschonung ein umweltpolitisches Schutzgut wird, das in allen Politikfeldern beachtet werden muss. So würden die zahlreichen Einzelmaßnahmen zum Ressourcenschutz, die das UBA fordert, politisch flankiert.

Zum Ressourcenschutz sollen vor allem steuerliche Maßnahmen beitragen. So empfiehlt das UBA eine Reform der Mehrwertsteuer: Für rohstoffeffiziente Produkte soll ein niedrigerer Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent gelten. Für den besonders kritischen Baubereich forderte Krautzberger eine Primärbaustoffsteuer. Dadurch sollen Bauprodukte günstiger werden, wenn dafür weniger oder keine Primärrohstoffe eingesetzt werden. Als Beispiel nannte sie den Recyclingbeton, bei dessen Herstellung bis zu 45 Prozent Kies gespart werden.

Weiter fordert das UBA die Einführung verbindlicher Umwelt- und Sozialstandards für Rohstoffe entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die Einführung von Mindest- und Informationsanforderungen. Damit Verbraucher und Unternehmen sich besser orientieren können, schlug Krautzberger eine "verbindliche Zertifizierung für rohstoffschonende Produkte" vor. Produktspezifische Recyclatquoten etwa für Kunststoffe sollen auf europäischer Ebene festgelegt werden, mit dem Ziel, mehr Sekundärmaterialien einzusetzen. Die EU-Ökodesign-Richtlinie sollte um Kriterien der Materialeffizienz und Lebensdauer von Produkten erweitert werden. Dieses "zweite Preisschild" würde die bestehende Kennzeichnung für den Energieverbrauch ergänzen und die Ressourceneffizienz leicht kenntlich machen.

Auf dem NRF2016, an dem etwa 300 Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Umweltverbänden teilnahmen, wurde auch der Ressourcenbericht des UBA vorgestellt, der zum ersten Mal die wirtschafts- und umweltpolitischen Kennzahlen zum Rohstoffverbrauch in Deutschland gebündelt zusammenfasst. Dabei wurden sowohl die inländische wie auch die internationale Perspektive berücksichtigt. Außerdem betrachtet der Ressourcenbericht indirekte Umweltfolgen des Rohstoffverbrauchs, wie den Verbrauch an Fläche, Wasser und ungenutztem Material. So werden für ein Auto mit einem Gewicht von eineinhalb Tonnen im Schnitt 70 Tonnen Material in Anspruch genommen.

Hier gibt es den Ressourcenbericht zum Download.


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