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Die Jahreshauptversammlung des natureplus Vereins brachte viele einstimmige Entscheidungen.

Rolf Buschmann

Bosco Büeler

Am Dienstag, den 5. Juni 2018, fand in der Bauarena Volketswil (Schweiz) die diesjährige Jahreshauptversammlung des natureplus e.V. statt. Auf der Tagesordnung standen neben den üblichen Berichten auch Vorstandswahlen und einige Anträge.

Vorstandsbericht

In einem Video-Grußwort bedankte sich zu Beginn der scheidende Vorstandsvorsitzende Uwe Welteke-Fabricius für die Unterstützung in seiner mehr als zehnjährigen Amtszeit und zog ein positives Fazit der Entwicklung des Vereins. Den Rechenschaftsbericht des Vorstands hielt Rolf Buschmann von der deutschen Umweltorganisation BUND. Er betonte, die Arbeit des natureplus Vereins sei wichtiger denn je, denn die Klimaziele von Paris drohen verpasst zu werden und natureplus stehe wie kein anderes Label für die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Als Zielgruppe der natureplus-Aktivitäten machte Buschmann die Bauprofis und die staatlichen Institutionen in ganz Europa aus, die durch verstärkte Informations- und Lobbying-Aktivitäten für die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien gewonnen werden sollen.

Die Entwicklung des natureplus-Vereins sieht Buschmann auf einem solide wachsenden Fundament: Die Zahl der Zertifikate und zertifizierten Produkte steigt kontinuierlich, die Mitgliederzahl ist auch seit Jahren konstant, wenngleich hier das Ungleichgewicht zwischen Deutschland und dem Rest von Europa augenfällig ist. Erfreulich sei die auf über 60 Millionen gestiegene Zahl an Kontakten über (v.a.) Print- und elektronische Medien. Mit der Ausgliederung des natureplus Institutes sei der Fokus in Richtung Informationsanbieter und Wissensvermittler gerückt, was auch neue Aufgaben für die nationalen Vertretungen zur Folge hat. Die Kriterienkommission als das wissenschaftliche Herzstück des Vereins habe sich neue Regeln gegeben, welche eine stärkere Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Interessenvertreter in die Kriterienentwicklung gewährleisten.

Bericht der Geschäftsführung

Der natureplus Geschäftsführer Thomas Schmitz konnte in seinem Bericht von zahlreichen Aktivitäten und neuen Weiterbildungsangeboten des Vereins berichten. Die neue Homepage des Vereins, jetzt auch in der englischen Version verfügbar, setze Akzente auf Service und Information und sei auch für mobile Endgeräte tauglich. Wichtig war ihm vor allem die gelungene Kooperation mit Verbänden wie der DGNB und der DUH in Deutschland. Das natureplus Institut sei zwar aufgrund von juristischen Problemen noch nicht voll eigenständig, dennoch bewähre sich bereits jetzt die Arbeitsteilung zwischen Verein und Institut.

Die Zahlen, die Schmitz präsentierte, konnten sich sehen lassen: So hat natureplus 2017 aufgrund von gegenüber 2016 um 3 % gewachsenen Einnahmen und um 7 % reduzierten Ausgaben das beste Ergebnis seiner Geschichte verzeichnet und kann von daher auf einer soliden Grundlage weitere Investitionen tätigen. Hier sind insbesondere die Einstellung neuer Mitarbeiter und gestiegene Projektkosten eingeplant. Ein besonderes Highlight setzt das gemeinsame Forschungsprojekt mit dem IFEU Heidelberg, in dem es um die Ökobilanz von Dämmstoffen unter Berücksichtigung der Nachnutzungsphase geht. Zum Abschluss kündigte Schmitz an, dass er beabsichtigt, Mitte 2019 in Rente zu gehen, jedenfalls wolle er dem Verein aber auch danach weiter in beratender Funktion dienen.

Vorstandswahlen

Nach dem Kassenprüfungsbericht ohne kritische Anmerkungen und der einstimmig erfolgten Entlastung des Vorstands und der Geschäftsführung durch die Versammlung war ein neuer Vorstand zu wählen. Gemäß der neuen Satzung waren 8 Personen als Vertreter der 8 Vereinssparten zu wählen. Die Geschäftsführung konnte eine vollständige Kandidatenliste präsentieren, die von der Versammlung einstimmig bestätigt wurde. Damit sind folgende Personen für zwei Jahre in den neuen Vorstand gewählt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Heinz Amolsch (Einzelmitglied Deutschland)
  • Barbara Bauer (IBO Österreich)
  • Bosco Büeler (GIBBeco Schweiz)
  • Rolf Buschmann (BUND Deutschland)
  • Paolo Foglia (ICEA Italien)
  • Gerhard Koch (VÖZ Österreich)
  • Hartmut Koch (IG-BAU Deutschland)
  • Ulrich Steinmeyer (ÖkoPlus AG Deutschland)

Aus ihrer Mitte bestimmten die Vorstände Rolf Buschmann zum neuen Vorstandsvorsitzenden und Bosco Büeler wie bisher zum stellvertretenden Vorsitzenden. Zu Kassenprüfern wurden Rainer Fertig (SGBD Deutschland) und Uwe Welteke-Fabricius (Einzelmitglied Deutschland) gewählt.

Anträge

Schließlich standen noch zwei Anträge des Vorstands zur Diskussion und Abstimmung. Im ersten Antrag ging es um eine europaweite Internet-Plattform zum Austausch von Erfahrungen, Marktentwicklungen und gesetzlichen Regelungen im Zusammenhang mit dem nachhaltigen Bauen und nachhaltigen Materialien. Hier sollen Nachrichten, Veranstaltungsberichte und Referate von Fachveranstaltungen ebenso allen Interessierten zugänglich gemacht werden wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder auch ökologische Beschaffungsprogramme der öffentlichen Institutionen. Diese Plattform, für die ab diesem Herbst eine neue Person in der Hauptgeschäftsstelle zuständig sein wird, soll von allen natureplus-Mitgliedern und Netzwerkpartnern gemeinsam genutzt werden können und auch, zumindest in Teilbereichen, der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Während dieser Antrag ohne große Diskussion einstimmig verabschiedet wurde, gab es um den zweiten Antrag etwas Diskussionsbedarf. Hier werden grundsätzliche Anforderungen an die Arbeit der nationalen Vertretungen beschrieben, die sich kurz unter den Überschriften Lobbying, Awareness und Cooperation zusammenfassen lassen. In finanzieller Hinsicht sollen die nationalen Vertretungen größere Autonomie bekommen, aber auch mehr Eigenverantwortung übernehmen. 

AIFORIA

Nach dem Ende der in einem sehr harmonischen Rahmen verlaufenden Versammlung stellte Jörg Watter von Baubioswiss den Stand der Planung für die Ausstellung und das Nachhaltigkeitszentrum AIFORIA in der Bauarena vor, den Ort, an dem die Versammlung stattfand. Hier steht ein Informations- und Erlebniskonzept vor der Realisierung, das diesen Ort in der Nähe von Zürich zu einem europaweit interessanten Zentrum für nachhaltiges Bauen machen soll. Das Konzept wendet sich sowohl an Bauherren und Schulkinder als auch an Architekten und Handwerker mit seinen zahlreichen Fortbildungsangeboten. Eine eindrucksvolle Zahl von Verbänden und Organisationen, unter anderem auch natureplus, unterstützt dieses Vorhaben der gemeinnützigen Stiftung AIFORIA, das bereits in naher Zukunft auf anderen Kontinenten in ähnlicher Form realisiert werden soll.
 

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